Montag, 5. März 2012
Die Mechanik der Eitelkeit
Man hat auch als Arbeitssuchender so seine kleinen Höhepunkte. Ich war am Freitag auf dem Weg zu einem Vorstellungsgespräch und zog den Anzug an, der mir wahrscheinlich nicht ganz gehört, weil seine Rechnung irgendwo in meinem Dispo verschwindet. Well dressed - würde Heidi Klum wohl sagen - stieg ich aus dem Haus in den Wagen und spiegelte mich auf dem Weg dorthin optisch sehr ansehnlich in der Fensterscheibe und dem Lack. Ich fühlte mich, als sei ich Ryan Reynolds in der Boss-Werbung. Er ist ja immerhin auch mein Körpervorbild: Nur lässt sich mein Körper leider etwas viel Zeit, auch diese Figur zu haben. Geduld. Geduld. Also legte ich in einer perfekten Mischung aus Zeitlupe und Drehbuch-ähnlich einstudiertem Tempo das Jacket auf den Rücksitz, schloss mechanisch flüssig die Tür und richtete anschließend - mein Spiegelbild in der Fensterscheibe betrachtend - den Krawattenknoten, obwohl der sowieso schon perfekt saß. Dann stieg ich ein und fuhr los. Das Gespräch lief übrigens auch gut.
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