Die seriöse Berichterstattung im Fußball ist tot. Zumindest bei den Öffentlich-Rechtlichen. Beerdigt unter einer ahnungslosen Distanz, die mit Floskeln und Phrasen überspielt werden soll. Distanz, weil man lieber auf einer künstlichen Insel vor der Insel steht und sich ein einziger Experte bemüht, das Drama zu begrenzen. Und Distanz, weil sich da eine Mischung aus Möchtegern-Komiker und Möchtegern-Moderator - also mehr Möchtegern als Könner - an seinem Mikro festhält, weil er sonst nichts handfestes bietet. Und den Bundestrainer vor einem EM-Halbfinale nichts besseres fragen kann, als: Er hätte ja den neuen Spiderman schon vorab sehen dürfen. Wie denn der Film war?
Symptomatisch für eine Berichterstattung, die so zum Halbfinal-Auftritt unserer Elf passte: wenig souverän.
Für das ganze Gelaber und Phrasengemähe zahlen wir GEZ-Gebühren. Vom Single über Paare und Familien bis zum Handwerker und Unternehmer. Und zwar nicht zu knapp. Wer die Personalentscheidungen trifft, sollte seine Einstellungspolitik überdenken. Denn alleine ein großes Ego und eine noch größere Klappe machen noch keine große Berichterstattung.
Sonntag, 1. Juli 2012
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