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Donnerstag, 25. August 2011

Schuld und Sühne

Sie wollte das Licht ganz für sich: die Motte. Aber so kampflos konnte ich ihr das Feld nicht überlassen. Ich brauchte jeden einzelnen Schein zum Lesen. Dostojewski hätte es sicher auch so gewollt. Es ging alles ganz schnell: Lesezeichen eingelegt. Buchrücken über der auf der Ikea-Lampe sitzenden Motte positioniert, mit der anderen Hand die Lampe gehalten und zugeschlagen. Der Fleck auf meinem Buch: das Zeugnis meines Triumphes. Er ließ sich mit einem Taschentuch auch ganz einfach abwischen. Die Motte lag da. Auf dem Rücken. Nur die Fühler zuckten noch. Stimulierte Nervenenden im Todeskampf. Das Leben, das vom Rücken nach oben kroch und in finalen Zuckungen für immer von dieser Welt verschwand. Ich hoffe, mir geht es die nächsten Tage nicht wie Raskolnikow. Ansonsten wisst ihr ja, woher es kommt. Oder hätte ich nicht doch besser "Krieg und Frieden" nehmen sollen?

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