Share your wealth with robzn

Sonntag, 29. Mai 2011

Frei parken

Endlich wieder Freitag. Wir gingen natürlich ins Mari. Diesmal mit dem Fahrrad. Steve hatte das Wochenende zuvor in seinem Suff “irgendeine Alte” abgeschleppt, die nur ein paar Minuten zu Fuß von unserer Pilgerstätte wohnte. Steve hatte mit ihr ausgemacht, dass wir die Räder bei Ihr im Garten abstellen konnten. Also nichts wie los. Wir sammelten unsere Kumpels beim Supermarkt ein. Steve und ich holten uns, wie das Ritual es bestimmte, jeder eine Flasche Martini für den Weg. Aufsitzen! Und los.

Dort angekommen war von dieser ominösen Alten keine Spur. Wir standen aber zu zehnt und schon angetrunken vor unserem Parkplatz. Und abgemacht war trotzdem abgemacht. Jeder nahm sein Rad, lief durch das liebevoll gepflanzte Blumenbeet in den Garten, lehnte sein Fahrrad an die sauber geschnittene Hecke und schloss es ab, als eine weibliche Stimme irritiert von der Veranda rief: “Was macht ihr da?” Wir drehten uns um. Dort saßen die Eltern und schauten uns schon die ganze Zeit zu. Ich stammelte “naja die äh, em... Steve, wie heißt die Alte?” Steve zu ihren Eltern: “Ich hatte das mit Ihrer Tochter schon besprochen, das geht in Ordnung.” Schlaues Kerlchen, mein Steve. Und wenn er sagt, dass es in Ordnung geht, hatten auch die Eltern nichts dagegen. Anscheinend. Die Räder durften bleiben und wir gingen ins Mari. Die Lichter mussten bei jedem nach zwei Stunden aus sein, das war die Vorgabe von Steve und mir, woran sich auch jeder hielt. Bei mir waren die Lichter mehr als aus und im Mari waren sie kurz vor dem Angehen. Steve war mit seiner Bekanntschaft schon vor der Tür und ich stand orientierungslos und alleine, mitten auf der Tanzfläche, als ich plötzlich ein Mädchen im Arm hatte. Sie wollte mit mir tanzen. Leider. Denn meine Stärken liegen eher an der Theke, als in der Hüfte. Egal, im Suff geht alles. Dachte ich. Dem war aber nicht so. Sie musste wohl oder übel so dicht sein wie ich, um das nicht zu merken. Dann fiel es ihr aber nach einem Lied schon auf und wir setzten uns auf ein Podest am Rand der Tanzfläche, um auf der non-verbalen Ebene weiter zu kommunizieren. Mit geschlossenen Augen fuhr ich aber sofort Karussell. Ein Glück war gleich eine Wand in der Nähe, an der ich mich abstützen konnte. Natürlich ganz Gentlemen so, dass sie davon nichts merkte. Irgendwann zog mich Steve am Arm, schleifte mich aus der Kneipe und wir gingen. Die ganze Gruppe torkelte zu der Bekanntschaft von Steve. Jeder trampelte durch den Garten, nahm sein Rad und fuhr in Schlangenlinien los. Nur einer nicht: Hase war weg.

Er hatte sich im Suff ein Wochenende zuvor die Hand gebrochen und war mit Gips unterwegs. Wir riefen nach Hase, als er einfach so wieder vor uns stand. “Wo warst du”, fragten wir ihn. Er antwortete: “Soll ich es euch zeigen?” “Lass mal gut sein, wir wollen los.” Aber er wollte uns unbedingt demonstrieren, was er gerade erlebt hatte, schob sein Rad einige Meter zurück, nahm Anlauf und fuhr volles Programm in die schöne Hecke der Nachbarn. Leider stand das Mädchen noch da, bei dem wir die Räder geparkt hatten. Sie fiel fast ohnmächtig rückwärts in die eigene Hecke und wir konnten uns vor lachen kaum noch halten. Wie umgeschossene Kegel lagen wir auf der Straße und bekamen kaum noch Luft. Hase verlor den halben Gips, fand ihn auch nicht wieder und wir kamen kaum wieder auf die Beine. Dann eierten wir Heim, um die Räder vor der Stammkneipe zu parken. Warum sollte so ein grandioser Abend auch schon so früh enden?

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen