Montag, 11. Juli 2011
Traumreise
Da war ich nun: In dieser riesengroßen Wohnung im Erdgeschoss, mit Blick auf einen riesigen gepflegten Garten. Die Frau mit den grauen Haaren und dem Pagenschnitt holte gerade ihren fetten Dackel mit dem schönen braunen Fell aus dem gefliesten Gang und setzte ihn auf einen grünen Ring aus Stoff. Daran band sie eine Schleife und schon war ihr Grabgesteck fertig. Dann präsentierte sie mir eine Rechnung für die Grabpflege über 400 € im Monat. Doch wer war überhaupt gestorben? Und warum so viel Geld für ein Gesteck, auf dem zu Testzwecken ein brauner Dackel saß? Sie ging kurz raus, damit ich mir das Ganze überlegen konnte. Ich nahm den Hund auf den Arm und lief durch die Wohnung. "Russische Übersetzungen. Bei Bedarf einige Monate vorher anrufen" stand auf einem Schild am Büro. Aha. Grabpflege und Übersetzungen. Eine interessante Mischung. Ich ging erstmal raus, um frische Luft zu schnappen - und sah die Alte an einem selbstgebastelten Drachen durch die Luft fliegen. Nur mit der Haltevorrichtung am Boden stimmte etwas nicht - und ich musste die Sache selbst in die Hand nehmen. Fast riss sie mich mit in die Luft, ich konnte sie zwar halten, das Ding aber nicht kontrollieren - und brachte sie zum Absturz. Sie hatte aber überlebt. Wäre auch zu blöd gewesen. Wer hätte dann ihr Grab dekoriert? Naja, ich beschloss meinen Onkel für eine Versicherung zu konsultieren. Nur: Er war leider nicht billiger. Ich sprach zuerst mit seiner Assistentin. Aber die hatte es einfach nicht drauf und verband mich mit ihrem Chef. Der Preis war saftig, ich musste vergleichen. Also ab in die Stadt. Aber in welche? Die hier hatte ich noch nie im Leben gesehen. Ich saß an einem Tisch in der Innenstadt, auf einem gepflasterten Platz. Meine Freundin war einkaufen und stellte ihre Tüten auf einen Fenstersims, um wieder in einem Geschäft zu verschwinden. Ich sagte ihr, sie solle sich beeilen, weil das Parkhaus so teuer sei. Wir bekamen Streit und sie ging noch mehr shoppen. Ich holte meine Karten aus der Tasche - Binokel, 52er-Blatt - und wir spielten ein Poker-Turnier. Ich verlor die erste Hand mit einem Herz-Flush gegen ein Full-House, das mir der Gegenüber nicht zeigte, obwohl ich bezahlte. Verrückte Welt. Ich stand auf, um meiner Freundin beim Tüten-schleppen zu helfen. Kurze Zeit später legte mir jemand eine Urkunde vor. Ich hatte das 2. Offizielle Esslinger Poker-Turnier gewonnen. Esslingen? Kann nicht sein. Egal. Ich stand in dem Laden mit der Urkunde und beobachtete Frauen, die durch eine ungünstige Spiegelung im 1. OG die Dame im UG beim Umziehen beobachteten. Ich sah auch kurz hin und war danach für eine Weile blind.
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